Lappland 2. Teil: Inari

In Inari sind wir am nördlichsten Punkt unserer Reise angelangt. Hier ist wirklich nicht mehr viel los. Kein Trubel, keine Hektik. Finnland zählt mit seinen 17 Einwohnern pro km² zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. In Lappland kommt auf 1 km² sogar weniger als ein Einwohner.

Inari ist ein winziger Ort, der als wichtiges Zentrum der Samen gilt. Im Kulturzentrum Sajos kann man einiges über die samische Kultur lernen. Dort hat auch das finnisch-samische Parlament seinen Sitz.

Sajos …

… ein beeindruckendes Kulturzentrum aus Holz und Glas.

Die Samen sind ein indigenes Volk Skandinaviens und die Ureinwohner Lapplands. Ursprünglich lebten die Samen nomadisch in Norwegisch-, Schwedisch- und Finnisch-Lappland. Erst durch die Staatenbildung mussten sich sowohl die Samen als auch die von ihnen domestizierten Rentiere für einen jeweiligen Staat entscheiden und sesshaft werden, um ihr Land zu besetzen und verteidigen zu können.

Siidos, das samische Museum …

Die Jahre der Unterdrückung haben ihre Spuren hinterlassen. Durch die Christianisierung gingen alte schamanische Bräuche verloren. Die skandinavischen Länder zwangen die Samen in staatliche Schulen und unterdrückten die samische Sprache. Die Samen sind heute besonders daran interessiert, dass man sich ihre Kultur nicht aneignet, ihre Kulturgüter kopiert, verramscht oder ohne ihre Einwilligung darstellt. So gab es jüngst einen Eklat als ein Künstler sich der samischen Kleidung bediente und die Darstellung ohne Einverständnis der Samen deren Kulturgut aus ihrer Sicht verhöhnte. Die Samen bitten darum, ihre Handwerkskunst zu kaufen, aber aus ihrer eigenen Hand – nicht billig importiert im Touristennepp und -schlepp.

In der samischen Sprache gibt es 300 Wörter für Schnee. Je nach Beschaffenheit zum Beispiel. Die Samen sind wahre Schneespezialisten.

Hier in Inari kann man, sofern die Temperatur es zulässt, Skifahren oder Schneeschuhlaufen. Auf die Frage, wo man hier Ski fährt haben wir verständislose Blicke geerntet. Überall natürlich! Schließlich ist überall Schnee und Eis. Durchs Dorf, in den Wald, über den See und durchs Dorf zurück. An der Hauptstraße besser den Gehweg nutzen, so der Tipp. 😊☃️🎿⛷ Die zugefrorenen Seen werden hier im Winter als Wegabkürzungen genutzt.

Der größte See Lapplands „Inarijärvi“ hat 1084 km² und mehr als 3000 Inseln.

Bei -35 Grad wird es immer schwieriger draußen lange aktiv zu sein. Das Atmen fällt schwer und man merkt die Kälte in der Lunge. Da kann man es sich auch gerne gemütlich machen – am besten in einer einsamen Hütte mit Sauna.

Die einsame Hütte am See mit Sauna ist Sinnbild der finnischen Kultur, weil sie Inbegriff der Unabhängigkeit, einer tiefen Liebe zur Natur und „sisu“ ist. „Sisu“ – ein Wort das als unübersetzbar gilt – bedeutet so etwas wie klaglose Beharrlichkeit, Ausdauer oder Durchhaltevermögen.

Von hier aus kann man am Kamin die Tiere draußen beobachten und schonmal die Sauna anschmeißen. Nach der Sauna kommt natürlich ein Schneebad, versteht sich.

Wenn es in Inari auch nicht viel gibt, aber hervorragend gegessen haben wir. Zum ersten Mal haben wir auch ein paar Essensbilder für euch. Gespannt was ihr sagt…

Das finnische Wort für „ja“ ist „joo“ und die Aussprache ist identisch mit dem saarländischen, langezogenenen und mit Nachdruck betonten „joo“. Das hat unserem Aufenthalt einen sehr heimischen Eindruck verliehen und jedes mal einen sehr vertrautes Gefühl ausgelöst.

Keine Nachtwanderung, ein Nachmittagsspaziergang!

Zum Abschluss haben wir euch noch die Karte unserer Reise bereitgestellt und ein paar harte Fakten über Finnland für euch. Finnland schreibt mit seiner starken Wirtschaft, den ausgeprägten sozialen Werten und der niedrigen Kriminalitätsrate sowie Korruption eine wichtige Erfolgsgeschichte in Europa. Neben finnisch ist auch schwedisch hier Amtssprache. Die Finnen haben angeblich mit die niedrigste Quote an Gottesdienstbesuchern der gesamten christlichen Welt. Sie trinken weltweit den meisten Kaffee und haben einige erfolgreiche Heavy-Metal-Bands hervorgebracht.

Auf der Lauer liegend konnten wir zum Neujahr auch ein paar Nordlichter für euch einfangen. Vielen Dank fürs Lesen, Folgen, Kommentieren und dabei sein! Wir melden uns im Sommer wieder – wahrscheinlich aus Malaysia. Zwischendurch gibts noch was vom Burning Man 2022 und einem Ultralauf sowie ein Beitrag aus Rom.

Bis bald also 🙋🏻‍♀️🙋🏼‍♂️

9 Gedanken zu “Lappland 2. Teil: Inari

    • Faszinierende Eindrücke aus einen faszinierenden Land 🤗 Ich käme niemals auf die Idee, im Winter nach Finnland zu fahren. Um so mehr bewundere ich Euch für Eure Reise, die sich offensichtlich gelohnt hat.
      Liebe Grüße und gute Heimreise

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      • Vielen Dank 😊
        Wenn nicht im Winter, wann dann 😊
        Ok, im Sommer gibt es die wunderschöne Seenlandschaft… und die Sonne.
        Aber in Winter gibt es den unglaublichen Schnee ❄
        Keine einfache Entscheidung 🤷🏻‍♀️
        Wir würden immer wieder den Norden wählen im Winter, aber man sollte die Kälte mögen.

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  1. Hei Anne, habe schon darauf gewartet. ☺️

    Einfach nur super!! Fantastische Fotos, da bekommt man das Gefühl mit dabei zu sein. Diese Eindrücke und Erlebnisse müsst ihr für euch im Inneren konservieren und immer dann, wenn’s notwendig und möglich ist, wieder lebendig werden lassen.
    Vielen Dank, dass wir einen Teil miterleben dürfen. 👍
    Alles Gute für die Rückreise! Liebe Grüsse und bis bald mal, Ernst 🌝🙋‍♂️

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  2. Ich habe mir nochmal die tollen Fotos aus Inari angesehen. Sehr tolle Aufnahmen Thomas! Danke, dass wir an eurer abenteuerlichen Reise in Form von Bildern und Berichten teilnehmen durften.
    Liebe Grüße Christel

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  3. Die Bilder sind so faszinierend.. Ich liebe die Schneelandschaft und die Verlassenheit.. ☺️❄️🌫 und die Hütte sieht sehr einladend aus.. 😍
    Ich würde gerne noch mehr über die Samen und deren Kultur erfahren, das ist spannend.. Danke für die tollen Eindrücke 🙏🏻 💗❄️

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