Stockholm

Schwedens Hauptstadt ist die größte Stadt Skandinaviens. Auf 14 Inseln verteilt, die wiederum mit 57 Brücken verbunden sind, ist man in Stockholm immer irgendwie am Wasser oder wenigstens in unmittelbarer Nähe.

Ein Meerbusen der Ostsee umschließt die Stadt und sorgt mit 24.000 kleineren und größeren Schären für den beeindruckenden Stockholmer Schärengarten. Man kann mit seinem ÖPNV-Ticket auch die Fähre nutzen und die einzelnen Inseln und Außenbezirke besichtigen oder sich einfach durch den Schärengarten schippern lassen.

Für viele Pendler ist die Fähre der Weg zur Arbeit, von einem Stadtteil in den anderen; von einer Schäre zur nächsten.

Wir übernachten auf der Insel Långholmen, im früheren Zentralgefängnis. 1975 hat der letzte Häftling hier die Insel verlassen. Seit 1989 ist das Gebäude ein Hotel und Museum. Wir wollen es mal so sagen, wir hatten schon mehr Platz. Es war eine interessante Erfahrung und auch ein bisschen gespenstig.

Das Stadshuset, das Rathaus Stockholms ist ein relativ modernes Gebäude, das 1923 fertiggestellt wurde. Der schwedische Architekt Ragnar Östberg hat das Gebäude so konstruiert, dass jedem der repräsentativen Räume eine eigene Innenarchitektur zugute kommt, die sich vom nächsten Raum möglichst unterscheidet. Im Stadshuset ebenfalls untergebracht ist die Verwaltung mit etwa 350 Stadtangestellten, die hier arbeiten.

Der Blaue Saal: hier findet jedes Jahr das Bankett des Nobelpreises statt.
Der Beratungssaal: hier tagt der Stadtrat.

Es finden jährlich über 700 Hochzeiten im Stadshuset statt. Aus aller Welt kommen Paare, um hier zu heiraten. Man muss dazu kein schwedischer Staatsbürger sein. Die Hochzeiten sind eng getaktet und man kann 20 Gäste mitbringen.

Die Prinz-Eugen-Galerie, die von dem Prinzen selbst malerisch gestaltet wurde. Die Gemälde an den Wänden spiegeln genau den Ausschnitt des Stadtbildes der gegenüberliegenden Fenster wieder. Damit jeder den gleichen Ausblick genießen kann, egal wie man sitzt.
Der Goldene Saal, das Highlight, dessen Wände mit ca. 18 Mio. vergoldeten Mosaiksteinchen gestaltet sind.
In der Mitte die Göttin Mälarens, Stockholms See. Links und recht der Osten und der Westen. Wer genau hinsieht erkennt den Eiffelturm.

Das Kungliga Slottet ist die offizielle Residenz der königlichen Familie, ein Palast mit 608 Zimmern. Hier kann man unter anderen die Juwelen bestaunen.

Stockholms Altstadt Gamla Stan liegt auf der kleinen Insel Stadsholmen und ist geschmückt mit Häusern und Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Man findet dort auch die Tyska Kyrkan (deutsche Kirche) sowie das Schloss und das Nobelpreismuseum. Restaurants, Bars und Cafés laden zum Verweilen ein.

Das Nobelpreismuseum

Wir haben in Stockholm eine präsente LGBTQI+ Szene und eine große Offenheit für jedes individuelle Tun beobachtet und gleichzeitig die Schweden als sehr verschlossen erlebt. Im Reiseführer heißt es, die Schweden seien die offenste Gesellschaft mit den verschlossensten Menschen. Das hat unser Erlebens ganz gut wiedergegeben. Die Gleichwertigkeit ist in der schwedischen Gesellschaft tief verwurzelt. Die schwedische Gesellschaft ist individualistisch orientiert, man sollte hier keine Hilfe (z. B. mit schweren Koffern) oder offene Türen erwarten.

Ebenso ist uns aufgefallen, wie integrativ und bürgerfreundlich Stockholm ist. Es gibt überall die Möglichkeit sich hinzusetzen und inne zu halten. Die ganze Stadt ist ausgestattet mit Sitzmöglichkeiten, Bänken, zum Sitzen oder liegen. Es gab auch immer ausreichend Möglichkeiten für jeden, der sich gerne ausruhen oder verweilen wollte. Zudem sind wir in einige kostenfreie, öffentliche Konzerte, Kunstaustellungen und Festivals geraten, die zum interaktiven Mitmachen eingeladen haben. Unser Eindruck: eine Stadt, die zum darin leben erbaut ist.

Stockholm gilt als besonders schöne Stadt. Durch das allseits präsente Wasser und die Lage der Stadtteile auf vielen Schären wirkt die Stadt nicht erdrückend. Ebenso scheint sie, wie wir schon geschrieben haben, für die Menschen gemacht. Ausgezeichnet durch ein lebendiges und menschenfreundliches Stadtbild.

10 Gedanken zu “Stockholm

  1. Städte für die Menschen – das ist doch eine schöne Inspiration !

    Ebenso begrüße ich die Haltung, dass jeder sein darf wie er mag und man gleichzeitig auch niemandem auf die Pelle rücken will.

    VG aus Saarbrücken 🛥️

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  2. Es ist immer wieder sehr interessant neue Orte zu entdecken, die man so noch nicht kennt, vielen Dank für die ausführlichen Berichte und Bilder an Anne und Thomas, viele liebe Grüße aus Geithain 🤗

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  3. Stockholm ist wirklich beeindruckend ❤️ Wunderschöne Architektur und das Blaue des Wassers dominiert so toll.. Zusätzlich noch eure Erzählungen live 😍👍 Danke😘
    Ich hätte mich ehrlicherweise nicht getraut, in dem Gefängnis zu übernachten 🙈

    Ich liebe das Rathaus und die imposanten historisch bedeutenden Säle.. 💓

    So viele einzigartige Eindrücke 🥰❤️

    LG Theo

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