Singapur

Little Red Dot ist der Spitzname Singapurs für den kleinen roten Punkt, den es auf der Landkarte darstellt. Es sind von Singapurs Mitte aus lediglich um die 20 km bis zu den Grenzen des Inselstaates. Klein im Vergleich zu anderen Nationen ist Singapur jedoch umso reicher an kultureller Vielfalt, wissenschaftlicher Innovation, religiöser Praxis und kulinarischer Kreativität.

Singapur ist ein vermögender Stadtstaat, der es mit den Gesetzen sehr genau nimmt. Was gesetzlich vorgeschrieben ist, dagegen verstößt man hier nicht. Kaugummi kauen ist nicht erlaubt oder wenigstens nicht gerne gesehen, Müll wird keinesfalls achtlos zurückgelassen, hier wird auf Sauberkeit geachtet. Ich bin einen ganzen Tag mit neuen Schuhen viele Kilometer durch die Stadt und die Schuhsohle war in umtauschbarem Zustand.

1960 befreite sich Singapur von britischer und japanischer Herrschaft, wurde aber gleich danach auch von der Föderation Malaya ausgeschlossen, was die Entwicklung des Stadtstaates erheblich erschwerte. Durch steuerliche Vorteile, ein strenges Arbeitsrecht und erhebliche Investitionen in das Bildungssystem, das auf der englischen Sprache basiert, schaffte es Singapur die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte zu fördern und ausländisches Kapital ins Land zu holen, was den heutigen wohlhabenden Staat sichert.

ArtScience Museum
Doppelhelix-Brücke

Der Bau des Marina Bay Sands, ein markantes Wahrzeichen der Stadt mit sündhaft teuren Hotelzimmern und dem berühmtesten Infinity-Pool der Welt hat unglaubliche 5,7 Mrd. Singapurdollar gekostet (etwa 3,7 Mrd. €)

Marina Bay Sands

In der Bucht befindet sich auch der Gardens by the Bay – ein großer Park mit botanischen, künstlerischen und technischen Highlights. Unter zwei riesigen Glaskuppeln hat man hier unterschiedliche klimatische Bedingungen geschaffen. Im Flower Dome herrscht trockenes, mediterranes Klima; im Cloud Forest ein tropisches Bergklima.

Super-Trees: begrünte Hightech Bäume. Abends gibt es hier gratis die Garden-Rhapsody-Show.
Die Statue des Künstlers Marc Quinn: ein riesiges, 7 Tonnen schweres Baby, das über dem Boden zu schweben scheint.

Singapur gilt als die begrünteste Stadt. Es gibt viele Parks und Grünanlagen. Darüber hinaus versucht man auf innovative Weise Wolkenkratzer und Botanik in Einklang zu bringen.

Es sind Welten die hier aufeinandertreffen. Moderne Architektur und Innovation trifft auf traditionelle und religiös geprägte Kultur, die so Vielfältig ist wie die ethnische Population Singapurs.

Die kulturelle und religiöse Vielfalt Singapurs ergibt sich aus der Zuwanderung, die hauptsächlich von chinesischer, malaiischer und indischer Immigrationen und Tradition geprägt ist.

Im Buddhas Tooth Relict Temple soll ein Zahn Buddhas, der angeblich in Myanmar in einer Pagode gefunden wurde, beherbergt sein. Diese Mär ist allerdings nicht bestätigt und wird weitestgehend angezweifelt. Wir konnten dort einem Gebet beiwohnen, was sehr beeindruckend und ergreifend war. Der Tempel erstreckt sich über 5 Stockwerke und beherbergt unter anderem eine Tiefgarage, eine Einkaufsmöglichkeit , eine Ausstellung mit über 10.000 Buddhas, ein Museum und einen Orchideengarten auf dem Dach.

Malen (Essen) ist die große Leidenschaft der Singapurer. Man unterhält sich ausführlich darüber, wie die letzte Mahlzeit war. Das Essen ist eines der Aushängeschilder Singapurs und der multikulturelle Mix schafft eine abwechslungsreiche Küche. In den Hawker-Zentren bekommt man die Klassiker des Singapurer Streetfoods.

Maxwell Food Center

Chinatowns kleine Häuser verstecken sich hinter den gigantischen Wolkenkratzern des CBD. Allgegenwärtig ist der Geruch von Durian, der an eine Mischung aus Frucht und Erbrochenem erinnert. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich vom Testen zurückgeschreckt. Eine Probierportion eines Durianeis hat mich geschmacklich bereits Stunden beschäftigt. Ich hatte keinen Bedarf nach mehr davon. Thomas hingegen wollte sich wagen, wenn die Portion nur nicht so groß gewesen wäre. Vielleicht begegnet uns noch eine Probiergröße auf der weiteren Reise und eine gehörige Portion Mut.

Durian Verkaufsstand

Die Tempel stehen allen Besuchern offen, die angemessen gekleidet sind. Schulter- und kniefrei sind in allen Tempeln tabu. Im taoistsichen Tempel ist zudem Reinheit geboten in Form von vegetarischem Dasein. Im hinduistischen Tempel dürfen Frauen während ihrer Menstruation diesen nicht betreten.

Tao-Tempel

Bleibt noch zuletzt ein kleiner Eindruck des quirligen Little India, das ebenso wie Chinatown einen eigenen Kosmos aus Tradition, Kultur, Klängen und auch Gerüchen bietet. Leider lassen sich diese hier kaum transportieren. Little India ist chaotisch, hektisch, bunt und soll einen Eindruck davon vermitteln, wie Singapur früher einmal war.

Hindu-Tempel

Danke fürs Folgen und bis bald aus Malaysia 🇲🇾

10 Gedanken zu “Singapur

  1. jetzt verstehe ich auch das Schild: no dorians! 😆

    das sind ja wieder unfassbar schöne Eindrücke! Die Fotos transportieren Eleganz, Perfektion, Harmonie durch Fusion von scheinbaren Widersprüchen und Polyvalenz!

    ich wünsche Euch noch ganz viel Begeisterung!

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  2. Ich finde diese Welt, die ihr uns wieder eröffnet, absolut überwältigend 🥹🥰👍🙏🏻❤️Derart vielfältige und unglaubliche Eindrücke, es ist zu beeindruckend, als dass man sagen könnte, was am meisten. Architektur und Flora, Kunst und Tempel sind jedenfalls wahrlich atemberaubend ❤️ Ganz viel Spaß und weitere einzigartige Eindrücke und Einblicke weiterhin 🥰🍀

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  3. Pingback: Kuala Lumpur | tactoburn

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