Pulau Tioman

Mit dem Auto sind wir bis zur östlichen Küste der malaiischen Halbinsel gefahren. Unterwegs sind wir bereits einigen Affenbanden am Straßenrand begegnet. Sobald man das Fahrzeug abbremst und langsam fährt, nehmen die Affen Geschwindigkeit auf und laufen in einem Affenzahn auf das Auto zu. Keine gute Idee, die Affen kommen ins Auto und nehmen mit, was nicht angebunden ist.

Pulau Tioman erreicht man mit der Fähre. Das Auto kann man in Mersing am Fährhafen parken und mit einer zweistündigen Überfahrt nach Tioman gelangen. Am dortigen Hafen angekommen benötigt man einen Fahrer, um auf die andere Seite der Insel zu kommen. Tioman ist eine Insel mit kleinem Gebirge, das gänzlich von Regenwald umschlossen ist. Das erschwert die Anreise, je nachdem wo man übernachtet.

Es gibt nur einige wenige Strände und nur eine einzige Straße, die vom Hafendorf in den östlichen Teil der Insel führt. Die Straße hat Steigungen von 45 % und ist für Motorräder und Mofas unbefahrbar. Wir hatten Glück und haben auf der Fähre einen Singapurer getroffen, der auch in den Osten nach Juara wollte und bereits eine Überfahrt organisiert hatte. Da konnten wir uns auf der Ladefläche eines Pickups anschließen, was bei dem Anstieg abenteuerlich war.

Bis vor ein paar Jahren gab es keine Straße zu diesem Teil der Insel. Ein Einwohner berichtet uns, dass seine Frau früher noch jeden Tag drei Stunden durch den Dschungel laufen musste, um täglich zur Schule zu kommen.

Touristen habe es kaum hierher verschlagen, weil der Weg so beschwerlich gewesen sei. Seit es die Straße gibt, kommen auch Besucher hierher. Auf die Frage, ob er das gut findet antwortet er, dass es Gutes und Schlechtes mit sich gebracht hat. Es habe sich hier viel verändert, die Abgeschiedenheit sei gewichen. Auf der anderen Seite haben nun alle die Möglichkeit Geld zu verdienen.

Tioman bietet auf der nahegelegenen Coral Island ausgezeichnete Schnorchelmöglichkeiten. Hierzu muss man sich von Einheimischen zur unbewohnten Insel schippern lassen.

Die kennen die besten Spots und so haben wir ein fantastisches Schorchelabenteuer gehabt mit Korallenriffen und Fischen, Meeresschildkröten, einem Quallenschwarm, Babyhaien und vielen weiteren ganz fantastischen Eindrücken der Unterwasserwelt.

Besonders beeindruckt hat uns dabei auch der Seeigel und die Schönheit seines Farbenspiels im Sonnenlicht.

Auf einer Insel, die fast gänzlich von Regenwald bedeckt ist darf eine Dschungelwanderung natürlich nicht fehlen. Tioman ist sehr steinig, was zur Folge hat, dass die Bäume oberflächlich wurzeln, da sie nicht in das Gestein eindringen können. Das macht sie anfälliger vor Umstürzen, aber es ist dennoch faszinierend, wie sich die Natur auch in unwirtlicher Umgebung ihren Weg bahnt.

Unser Guide hat uns einiges beigebracht. Wie man aus dem Dschungel wieder rausfinden kann oder wie man um Hilfe ruft und wie man aus der heimischen Pflanze Medizin gegen einfach alles herstellt. Die Blätter in der Hand zerreiben, Wasser drüber und schon hat man ein Insektenschutzmittel und ein Antiseptikum. Einfach in allen Fällen das richtige Mittel. Thomas hat sich am Kopf verletzt und Zack – wurde die Blutung durch unseren Guide mit dem Allheilmittel gestillt. Hat auf jeden Fall nicht weiter geblutet.

Hier leben viele Kleintiere. Etliche Reptilien, Warane, Chamäleons, fliegende Geckos, Affen, Schlangen und Flughunde. Wir haben die ein oder andere Spezies ablichten können.

Ebenfalls hier heimisch ist die seltene Rafflesia, die größte Blume der Welt. Sie braucht nach Keimung 8 Jahre und dann blüht sie nur alle 9 Monate für ein paar wenige Tage. Sie versprüht einen Ammoniakduft um Insekten anzulocken. Ein seltenes und besonderes Naturschauspiel, das wir dort erleben durften.

Zum Abschluss noch ein paar Eigentümlichkeiten. Zum Frühstück isst man hier typischerweise Roti Canai. Das ist eine Art dünner Pfannkuchen, der in Schichten übereinander geschlagen wird. Dazu gibts ein scharfes Curry.

Hat man es eilig gibt es dazu einen Kaffee to Go – im Beutel mit Strohhalm.

Auf das paradiesische Insel und Naturerlebnis folgt bald ein neuer Bericht aus der Metropole Kuala Lumpur. Danke fürs Folgen, macht’s gut und bis bald. 🐠🏝️

12 Gedanken zu “Pulau Tioman

  1. Eine ganz andere Welt – von meinem Schreibtisch aus betrachtet.😎 Korallenriffe, Quallen , Haie und Affen, die in einem „Affenzahn“ rennen 🤣. Sehr, sehr eindrücklich und mitnehmend.

    Danke für die vielen Eindrücke 🙋🏻‍♂️

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  2. Wow – diese Insel ist so wunderschön und die vielfältigen Eindrücke machen einen wirklich sprachlos 🤗🥰 Mir fehlen langsam die Emojis 🙈 Ich finde die Affen witzig, auch wenn offensichtlich ziemlich kriminell 😄 Der Regenwald und der Strand sind schlicht atemberaubend und die Unterwasserwelt so erstaunlich artenreich und farbenfroh 🐠🐟 🐡 Es freut mich – das ist ein absolut einzigartiges Erlebnis.. Die größte Blume der Welt hat mich auch umgehauen 🫢🥰 und ich hoffe Thomas geht es wieder gut 🍀🙏🏻 Weiterhin ganz viel Spaß 😘❤️❤️❤️

    Theo

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    • Vielen Dank für die tolle Nachricht ☺️
      Thomas Wunde erholt sich. Wir sind bereit für den nächsten Dschungel auf Borneo. Dort gibt es dann die richtig großen Affen 🦧
      Danke fürs Folgen und Dabeisein 😘

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  3. Hallo Ihr zwei, Eure Bilder sind -wie immer- sehr schön und geben uns das Gefühl mit dabei zu sein. In der ein oder anderen Situation würde mir sicher das Herz in die Hose rutschen, ich hoffe, die Affen haben Euch nichts entwendet und was war Thomas passiert? Wir hoffen, Euch geht es gut und wünschen einen schönen Urlaub, liebe Grüße Katrin und Kinder 🤗😘🍀

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    • Dankeschön ☺️
      Wir konnten das Fenster rechtzeitig schließen, der Affe hat uns nicht gekriegt 😉
      Thomas hat sich an einem runterhängenden Ast verletzt, die Wunde heilt schon und musste nicht weiter versorgt werden. Alles gut bei uns. Der Verkehr in Kuala Lumpur ist ebenso herausfordernd wie der Dschungel.
      Liebe Grüße in die Heimat und bis hoffentlich ganz bald 😘🤗

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  4. das war ja auf allen Ebenen abenteuerlich! So eine beeindruckende Flora & Fauna an Land und im Wasser hautnah zu erleben, muss fantastisch sein. Danke für die faszinierenden Bilder und noch viel Freude auf eurer weiteren Reise!

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    • Dankeschön 😊
      Ja, es ist ganz bezaubernd mit den Fischen zu schwimmen und die Stille unter Wasser zu genießen. Es wirkt so friedlich. Mich hat der Quallenschwarm unglaublich begeistert. Vor allem nachdem sie mich überall berührt hatten und ich feststellen konnte, dass sie „nichts tun“. Eventuell hatte ich dabei aber auch großes Glück.

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  5. wow – wir sind einfach nur begeistert von den Bildern.

    Die Kinder haben sich besonders über das Chamäleon gefreut 🦎🦇🐒🐠🪼🦈🐡🕷️🕸️

    Gute Besserung an Thomas!

    Stinkt die Blume eigentlich stark?

    Viele Grüße,

    Kerstin mit Emil, Remo und Tom

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    • Ich bin nicht so nah ran. Das sollte man glaube ich auch nicht. Zumindest haben die „Ranger“ oder Förster dafür gesorgt, dass man das nicht kann. Fand ich gut – bestimmt gibt es Touristen, die da nicht vernünftig vorgehen würden. Wir haben also nichts gerochen. Die Blume heißt auch Leichenblume, weil sie nicht nur einen Aasgeruch versprüht, sondern auch die Farbe von verottendem Fleisch hat. Damit zieht sie die Insekten an. Eigentlich alles ein bisschen eklig, aber ein ganz seltenes und besonderes Naturschauspiel!

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