Lappland 1. Teil: Rovaniemi

Es sollen die kleinen Momente des Glücks sein, auf die man achten sollte. So ähnlich hat es sich angefühlt als nach Tagen mal wieder die Sonne zu sehen war. Auch wenn sie in Finnland nur ganz kurz zu sehen ist. Wir fahren immer nördlicher, damit wird es immer unwahrscheinlicher die Sonne zu sehen und die Tageszeiten werden immer kürzer.

Auf unserer Reise durch Finnland sind wir über Savonlinna nach Kuopio gefahren. Die Städte liegen in einer Seenlandschaft. Finnland gilt als das Land der Seen und Wälder, was wir mit unseren Eindrücken bestätigen können. Rund 10 % der Fläche Finnlands bestehen aus Gewässer, etwa 70 % sind mit Birken, Fichten und Kiefern bewaldet. Und immer wieder finden sich kleine Hütten auf winzigen Inseln oder in den Wäldern. Natürlich hat jede Hütte – und ist sie noch so klein – eine eigene Sauna.

Im Winter, wenn alles verschneit ist, lässt sich die Grenze zwischen Wasser und Land nicht immer zweifelsfrei erkennen. Das kann tückisch werden, sollte die Eisschicht nicht tragen.

Manchmal ist aber auch eindeutig, wo das Wasser beginnt und zwar dann, wenn man auf ein Eisloch stößt, das im Winter als Badeloch dient. Eisbaden ist hier fast schon Volkssport, so kommt es uns vor.

Unser Ziel ist Rovaniemi, der offizielle Wohnsitz des Weihnachtsmannes. Direkt am nördlichen Polarkreis gelegen ist Rovaniemi die Hauptstadt von Finnisch Lappland und zugleich die flächenmäßig größte Stadt Europas. Die Stadt musste neu aufgebaut werden, nachdem sie 1944 von der Wehrmacht völlig zerstört wurde. Sie wurde nach Plänen von Alvar Alto wiederaufgebaut, wobei die Hauptstraßen der Form eines Rentierkopfes samt Geweih folgen. Die Architektur und Gebäude der Stadt sind eher zweckmäßig, aber in einer schönen Lage am Fluss.

Von Rovaniemi aus lassen sich hervorragend Ausflüge organisieren. Ob Skifahren, Hundeschlittenfahren oder der Besuch einer Rentierfarm, bei dem als kleine wärmende Mahlzeit sehr leckere Rentiersuppe serviert wird. Man kann dort außer des Geschmacks viel über die entspannten Gesellen lernen. Zum Beispiel ist das Phänomen der roten Rudolph-Nase kein seltenes und man kann die Tiere mit Blättern aus der Hand füttern. Streicheleinheiten mögen sie nicht immer, vor allem nicht am Kopf oder am Geweih. Am meisten beeindruckt hat uns die Tatsache, dass die Rentiere in freier Wildbahn leben und jedes Jahr im Winter freiwillig die Farmen aufsuchen. Sie erinnern sich an die Touristen und die Verpflegung vor Ort und kommen jedes Jahr zurück. Wir sind gespannt, was wir in Inari, unsere nächsten Station, noch über die Rentiere erfahren können. Inari ist Zentrum der finnischen Samen, zu deren Kultur das domestizieren der Rentiere gehört.

Bleibt noch das zauberhafte, aber sehr kapitalistische Weihnachtsmanndorf. Der Besuch war, wie erwartet, begleitet von vielen anderen Besuchern, was jedoch für diesen Ort und vor allem zu dieser Zeit nicht verwunderlich ist. Alles in allem gibt es hier sehr viel zu kaufen – von Ramsch bis hochwertigen Waren. Aber so wie Santa Claus hier wie anderswo kapitalistisch vermarktet wird, ist natürlich auch sein Wohnort ein Hort der Scheine und der Kreditkarten. Positiv anmerken möchten wir, dass es wider Erwarten keinen Eintritt gekostet hat und dass man Santa Claus höchstpersönlich und privat treffen kann ohne dafür zahlen zu müssen. Natürlich werden dabei von ganz liebevoll verkleideten Elfen emsig Fotos gemacht, die man dann im Anschluss recht teuer erwerben kann. Aber immerhin, man muss nicht. Alles in allem hat es uns hier gut gefallen. Es ist alles weihnachtlich romantisch gestaltet und Santa Claus zu treffen haben wir uns auch nicht nehmen lassen. Der Ort hat durchaus etwas magisches – für die Kleinen und die Großen!

Santas Homebase

Der nördliche Polarkreis verläuft durch das Dorf des Weihnachtsmannes

Bis bald ihr Lieben aus dem hohen Norden, wo die Samen leben und uns -30 Grad erwarten.

17 Gedanken zu “Lappland 1. Teil: Rovaniemi

    • Danke 🥰😊 Ich würde euch gerne etwas Schnee schicken! Hier muss der Schnee entsorgt werden, weil sie zuviel davon haben… Allerdings haben wir heute erfahren, dass sich die Zeiten des Schnees hier auch schon verkürzt haben. Liebe Grüße ins Saarland 🙋🏻‍♀️

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  1. Beeindruckende Fotos, es ist bestimmt seehr kalt im hohen Norden. Die „entspannten“ Rentiere so nah beobachten zu können ist bestimmt ganz faszinierend. Noch eine schöne Weiterreise und ich freue mich schon auf Euch zuhause.

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  2. Hei,hei, super tolle Impressionen!
    Das würde mir auch sehr gefallen.
    Bei uns hat’s auch einen halben Meter Neuschnee. Winter pur! Euch noch schöne Urlaubstage und viele positive Erlebnisse. Und später hoffentlich ein Lifebericht.

    Vennlig hilsen fra Ernst i Norge

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    • Vielen Dank, Ernst! Freut mich, dass du mitliest. Dir auch noch eine gute Zeit im Norden und jederzeit gerne ein gemeinsamer Austausch. Ihr habt ja alle Berge bei euch drüben, die Finnen vermissen sie hier. 😊

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  3. Oh diese Bilder sind außergewöhnlich und wunderschön 😍🤗 Was für eine Landschaft, die verschneiten Wälder sind märchenhaft.. ❄️💫💕☃️
    Ich liebe die Rentiere 😄🥰 und bin so gespannt was ihr noch alles live erzählt.. 🤗 Liebste Grüße und bis ganz bald 😘❤️❤️❤️

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  4. Hallo ihr Lieben, es freut mich sehr deine Reiseberichte zu lesen. Ja, wie bereits vor mir jemand sagte, es fühlt sich an als sei man dabei. Sollte ich es richtig in Erinnerung haben, könntest du dem Saunieren nichts abgewinnen. Ich hoffe ihr würdet des Besseren belehrt und genießt nun die wohltuende Wirkung der Sauna. LG Agi

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    • Liebe Agi, schön von dir zu lesen! Toll, dass du wieder mit dabei warst, das freut uns sehr. Ja, das saunieren mit anschließendem Schneebad hat uns sehr gut gefallen und wir wollen es auch hier mal wieder ausprobieren. Leider fehlt uns hier der Schnee. Mal sehen was die kalte Dusche so hergibt.
      Liebe Grüße, Anne und Thomas

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